Aus dem Tierheimalltag:
Am 26.04.2008 wurde das polnisches Tierheim Dluzyna Gorna zu einem
Notfall gerufen. Aus einem Keller wurde eine große Anzahl
von Hunden aus schlechter Haltung befreit. Sie lebten ohne Licht
und Frischluft in einer mehrere Zentimeter dicken Schicht aus Kot
und Urin, ohne großen menschlichen Kontakt. Sogar das Fernsehen
war bei der Befreiung dabei.
Im hoffnungslos überfüllten Tierheim Dluzyna Gorna
wurden sie zwei Mal gebadet und haben Stroh zum Liegen bzw. zum "sauber
schrubben" bekommen. Bei vielen Hunden sind die Zähne
in einem sehr schlechten Zustand, das Alter der Hunde kann nur
grob geschätzt werden.
Einer dieser Hunde ist Bodo.Bonny glänzte einst mit dem für Schäferhunde typischen selbstbewussten Auftreten. Im Rudel kontrollierte sie das Benehmen ihrer Artgenossen auf ganz souveräne Weise. Davon ist nicht mehr viel übrig geblieben. Ihr Selbstbewusstsein schrumpft täglich. Vom jahrelangen engen Zusammenleben mit all den anderen Hunden fühlt sich Bonny sehr gestresst. Obwohl sie sich mit wirklich allen Hunden verträgt (und sie hat schon sehr viele Kommen und Gehen sehen), ist sie von deren Anwesenheit und all dem Lärm total genervt. Dies gipfelt nun in permanentem Lecken von eigenen Wunden als Ausdruck größten Leidens. Dadurch sind wir gezwungen, Bonny seit Wochen mit Halskragen laufen zu lassen, was ihr Unwohlsein natürlich noch enorm verstärkt. Unser Tierarzt hat sämtliche Untersuchungen durchgeführt, so dass alle Faktoren wie Futtermittelallergie, Grabmilben etc. auszuschließen sind. Es ist ein Stresssymptom! Bonny benötigt dringendst ein richtiges Zuhause, in dem sie möglichst Einzelhund ist. Ein ruhiger, verträglicher Zweithund wäre sicher auch möglich, denn verträglich ist Bonny. Sie möchte nur nicht genervt werden.
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